Prinzregenten-Torte

Meine Mama hat drei Schwestern: Tante Ingetraud , Tante Rosmarie und Tante Notburga, dazu ihre Cousine (Tante Trude) und die Großcousinen (Tante Irma und Tante Irmgard).

Und alle diese Tanten kommen jedes Jahr an Allerheiligen zu uns auf den Hof, um zuerst das Familiengrab zu besuchen und dann ausführlich bei Kaffee und Kuchen das Weltgeschehen zu besprechen. Und seit vielen Jahren bin ich dafür zuständig, dass bei dieser Gelegenheit eine gescheite Torte auf dem Tisch steht. Und die Tanten sind da ganz schön gschleckert, also bloß keine Experimente. Am besten einen Klassiker: Schwarzwälder, Käsesahne, sowas halt. Deshalb hab ich mich dieses Jahr für eine Prinzregenten-Torte entschieden  –  ein voller Erfolg, puh, Tante Inge hat sogar ein zweites Stück gegessen.

Schokoladen-Torte

Eine Prinzregenten-Torte besteht aus 5 bis 7 dünnen Böden, die einzeln gebacken und dann mit Schokoladenbuttercreme gestapelt werden. Das klingt im ersten Moment nach viel Aufwand, geht dann aber doch überraschend schnell. Ganz unten gibt es ein nicht so gut gelungenes Anschnittfoto, das ich unter normalen Bedingungen wegen Hässlichkeit niemals posten würde. Ich glaube aber, dass es hier wichtig ist, um sich die Schichten besser vorstellen zu können. Leider war ein besseres Foto nicht möglich. Wenn Ihr die Tanten kennen würdet, würdet Ihr verstehen….

Prinzregenten-Torte

Für 6 dünne Biskuit-Böden von 26 cm Durchmesser

  • 6 Eier
  • 6 EL kochend heißes Wasser
  • 250 g Zucker
  • 250 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver

Für die Schokoladen-Buttercreme

  • 1 Päckchen Vanille-Pudding
  • 20 g Speisestärke
  • 500 ml Milch
  • 100 g Zartbitter-Kuvertüre
  • 75 g Zucker
  • 20 g Butter
  • 250 g Butter

Für den Schokoladen-Überzug

  • 250 g Zartbitter-Kuvertüre
  • 50 g Butter

Prinzregenten-Torte

  1. Damit die Böden alle ungefähr gleich dick werden, arbeite ich hier mit einer Waage, also zu allererst die leere Rührschüssel wiegen.
  2. Für den Biskuitteig die Eier etwas 10 Minuten hell aufschlagen, dabei nach und nach die 6 EL heißes Wasser und den Zucker zugeben.
  3. In der Zwischenzeit auf 6 Bögen Backpapier mit Hilfe eines Springformrands jeweils einen 26 cm großen Kreis aufzeichnen. Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
  4. Das gesiebte Mehl und das Backpulver mit einem Schneebesen sehr gefühlvoll unter die Eimasse heben.
  5. Jetzt wird ein bisschen gerechnet: Die Teigmasse bestimmen (also vom Gewicht der vollen Rührschüssel das Gewicht der leeren Rührschüssel abziehen) und durch die Anzahl der Böden (in diesem Falle 6) teilen. Bei mir ergab das ca. 130 g pro Boden.
  6. Mit Umluft können zwei Böden gleichzeitig gebacken werden, also die gewünschte Teigmenge auf 2 Backpapierkreise aufstreichen und auf 2 Backblechen im Backofen etwa 9 Minuten gold-gelb backen.
  7. Mit den anderen 4 Böden wiederholen.
  8. Die Böden mit einem Küchentuch zugedeckt auskühlen lassen.
  9. Wenn sie ausgekühlt sind, nochmal mit Hilfe des Springformrands einen sauberen Kreis ausstechen/schneiden, so dass sich die Böden später schön stapeln lassen.
  10. Für die Pudding-Buttercreme das Puddingpulver mit der Stärke und ein paar EL kalter Milch glattrühren.
  11. Die restliche Milch mit dem Zucker zum Kochen bringen, das Puddingpulver dazurühren und noch einmal aufkochen lassen.
  12. Die kleingehackte Kuvertüre und die 20 g Butter dazugeben und schmelzen lassen, gut verrühren.
  13. Pudding direkt auf der Oberlfläche mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken und abkühlen lassen.
  14. Die 250 g Butter aus dem Kühlschrank holen und neben den Pudding legen.
  15. Einige Stunden warten, bis Pudding und Butter die gleiche (Zimmer-)Temperatur haben.
  16. Wenn Pudding und Butter die gleiche Temperatur haben, Butter hell und fluffig aufschlagen. Dann den Pudding esslöffelweise darunter schlagen, bis sich eine homogene Buttercreme ergibt.
  17. Nun wird wieder gerechnet: Wir brauchen 5 Teile Buttercreme zwischen die Böden, 1 für die Decke, 2 für die Seiten und 2 für die Verzierung. Das Gewicht der Buttercreme also durch 10 teilen.
  18. Den ersten Boden auf eine Tortenplatte legen und mit der errechneten Menge an Schokoladen-Buttercreme bestreichen. Den zweiten Boden drauflegen und weitermachen, bis ein hübsches Törtchen entstanden ist. In einem Tortenring oder dem Springformrand wird es besonders gleichmäßig.
  19. Dann Torte oben und an den Seiten möglichst gleichmäßig mit Buttercreme bestreichen.
  20. Die Torte eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, damit die Buttercreme fest wird.
  21. In der Zwischenzeit die Kuvertüre über dem Wasserbad zusammen mit der Butter schmelzen.
  22. Die Torte auf ein Gitter stellen (drunter am besten Backpapier, dann gibt’s keine Sauerei). Die warme Kuvertüre über die Torte gießen und mit einer Palette gleichmäßig verstreichen.
  23. Die Torte an einem kühlen Ort (aber am besten nicht im Kühlschrank) abkühlen und fest werden lassen, gerne auch über Nacht. Dann mit der restlichen Buttercreme (die wir für die Verzierung aufgehoben haben) hübsche Rosen aufspritzen.
  24. Mit einem warmen Messer Schnittlinien ziehen, damit der Schokomantel beim Anschneiden nicht bricht. Dazu ein langes Messer einige Sekunden in heißes Wasser tauchen, abtrocknen und damit Linien in die Schokolade „schmelzen“.
  25. Mjamm!!!

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Note: Viele empfehlen, den Biskuit erst am nächsten Tag zu benutzen, weil er dann fester geworden ist. Da stimmt zwar, aber ich benutze ihn trotzdem lieber am gleichen Tag, weil er dann einfach frischer schmeckt. Nachteil ist aber, dass sich die Torte nicht so gut schneiden lässt wie man auf dem Anschnitt-Foto gut sieht. Man muss sich also zwischen Geschmack und Optik entscheiden.

4 Gedanken zu “Prinzregenten-Torte

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